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#Realtalk Folgeerkrankungen - Präsent oder Verdrängt?

"Vor was hast du Angst? - Ich habe vor nichts Angst, ich stelle mich gerne Herausforderungen". - Das ist die Antwort, die ich auf diese Frage meistens gebe, aber es ist gelogen! Ich habe richtig grosse Angst, aufgrund meines Diabetes zu erblinden.

 

Seit Klein auf, wurde mir von vielen Seiten immer wieder gepredigt, was alles an Folgeerkrankungen auf mich zu kommen könnten.

Irgendwann im Alter um die 20 Jahre hatte ich eine Blutvergiftung, ich war auf der Intensivstation, man nahm kein Blatt vor den Mund, ich wusste also ich könnte Drauf gehen, ging ich aber nicht. Allerdings bei den Nachkontrollen, gab es immer wieder Blut im Urin, das nicht auf ein weibliches Phänomen ;) zurück zu führen war. Da hatte ich schon echt schiss und dachte mir: "Toll jetzt hab ich den Scheiss mit der Dialyse auch noch an der Backe!" Den Diabetes hatte ich da dann auch schon 20 Jahre, es hätte nach all den Predigern nun auch so sein können. War aber doch nicht der Fall. Bis heute sind meine Nieren Top! 

 

Meine Augen leider nicht, ich lass, dass selbst nach einer optimalen Blutzuckereinstellung, nach 20 Jahren Diabetes, sich Schäden an den Augen breit machen würden. Ob das nun wirklich so ist, weiss ich nicht. Mein Diabetes war und ist nicht immer Optimal, er liess sich schon immer sehr schwer einstellen. Lantus soll sich angeblich auch negativ auf die Augen auswirken. Ich nutzte Lantus, bevor ich vor gut 10 Jahren auf die Pumpe umstieg.  Was nun genau dazu beigetragen hat, dass meine Augen durch den Diabetes Schäden entwickelt haben, kann ich nun auch nicht sagen. Ich verdräng es oft, spätestens beim jährlichen Augenarzt Besuch , werde ich aber damit wieder knallhart konfrontiert und auf den Boden der Tatsachen geworfen. Nach dem Termin, bin ich immer sehr fertig, ich gehe nach Hause, weine und bin einfach nur fertig mit der Welt. Nach 1-2 Tagen legt sich das wieder. Natürlich muss ich nicht zwangsläufig erblinden, aber ich könnte unter Umständen, laut Augenärzten, von einem Tag auf den Anderen erblinden. Das wieso und warum würde hier jetzt zu medizinisch werden, es zu erklären.

 

Natürlich macht mir das grosse Angst, denn Sehen ist für mich der wichtigste Sinn denn ich habe. Frage ich Andere auf welchen Sinn könnten sie nicht verzichten, antworten mir viele aufs Hören, da sie so keine Musik mehr hören könnten. Musik kann ich auch füllen. Ich liebe es in der Natur zu sein, ich liebe die Berge. Wenn ich in den Bergen bin, oder sonst irgendwo in der Natur, dann schliesse ich oft meine Augen, um das Rauschen eines Baches besser zu hören, um die würzige Luft besser zu riechen, um den Wind auf meiner Haut besser spüren zu können. Ich lebe dann mit der Natur! Das intensiver zu erleben, wenn ich die Augen schliesse ist wunderbar, es gibt mir Kraft für meinen Alltag. Wenn ich erblinden sollte, werden meine anderen Sinne dadurch stärker in ihrer Wahrnehmung, würde ich dann aber in Mitten der Natur stehen und mit meinen anderen Sinnen die Natur, so intensiv spüren und erleben,  hätte es nicht mehr die selbe Wirkung, es hätte einen fahlen Beigeschmack....

 

Heute ist die Wissenschaft und die Technologie in Sachen Diabetes, schon sehr viel weiter. Ob die Ärzte und Diabetologen heute neu diagnostizierten DiabetikerInnen, immer noch die ganzen Folgeerkrankungen ständig vor Augen halten, würde mich schon sehr interessieren. Klar ist es wichtig, dass man darüber informiert wird, was alles passieren könnte, aber durch die ganzen Hilfsmittel, ist es bedeutend einfacher seine Werte im Zaun zu halten und somit Folgeerkrankungen entgegen zu wirken. Klar auch der Körper kann trotzdem immer noch das Gegenteil von dem machen was er auf Grund der Therapie eigentlich sollte, denke das Phänomen kennen wohl auch viele Diabetiker. Wenn man sich auch trotz den ganzen Hilfsmittel nicht um seinen Diabetes kümmert, werden die Folgeerkrankungen auch nicht aus bleiben, das sollte jedem klar sein. Nur schon vor 20 Jahren gab es viele Möglichkeiten noch nicht die es heute gibt. Allerdings gab es auch viele die in den 30ern /40ern, in der Kriegszeit, an Diabetes Typ 1 erkrankten. Da waren die Möglichkeiten noch einiges beschränkter, nur schon an Insulin zu kommen, erschwert und trotzdem lass ich in den vergangenen Jahren, von einer 85 Jährigen Typ1 Diabetikerin die in der Kriegszeit daran erkrankte und nur eine Brille tragen muss, ansonsten quick fidel sei und sich an ihren Urenkeln erfreut. So was gibt mir Hoffnung...

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Podologe :-) (Donnerstag, 15 August 2019 16:59)

    Soso, scheiss auf den Prinzen, ein Podologe soll her �
    Finde es gut, dass du zugibst, vor etwas Angst zu haben. Es ist einfach zu sagen, Nein, ich habe vor nichts Angst. Ich stelle mich ohne Furcht allen Problemen.
    Solange die Angst nicht überhand nimmt, ist es ja völlig okay.

  • #2

    Podologe :-) (Donnerstag, 15 August 2019 17:04)

    ähm.... vielleicht habe ich momentan gerade nicht so den Durchblick..."Duck that Diabetes"... wie soll ich das verstehen?

  • #3

    Diagranny (Freitag, 16 August 2019 10:26)

    "Scheiss auf den Prinzen ein Podologe ist wichtiger" der Spruch ..... da kann ich nur sagen "Made my day" :D
    Ich finde es toll, dass Du extra für die Diabetes-Blog-Woche einen Blog gestartet hast. Würde mich freuen auch weiter von Dir zu lesen.
    Liebe Grüße Susanne

  • #4

    Podologe :-) (Sonntag, 18 August 2019 06:01)

    Na sieh nur, noch jemand der den spruch gut findet... da sind wir schon zu dritt :-)

  • #5

    Podologe :-) (Sonntag, 18 August 2019 06:07)

    Und die podologen freut es natürlich auch. Die haben anscheinend sooo viel arbeit, dass es selbst am sonntag heisst früh aufstehen und auf zur arbeit :-)
    Haben aber noch zeit bei dir kurz einen eintrag zu hinterlassen...

  • #6

    Podologe :-) (Sonntag, 18 August 2019 06:12)

    Noch ein letzter kommentar, als podologe: türkis gefällt mir :-)